Hochschulabgänger, die zu einem Vorstellungsgespräch geladen werden, haben die erste Bewerbungs-Hürde genommen. Nun gilt es einen Top-Eindruck zu hinterlassen.
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Die Einladung zum Vorstellungsgespräch oder Auswahlverfahren liegt auf dem Tisch. Also könnte es mit dem erhofften Ausbildungsplatz oder Job klappen. Doch Vorsicht - nicht zu früh gefreut. Noch haben ist der Vertrag nicht in der Tasche.
Sich gegen Mitbewerber durchsetzen
Zuvor gilt es, sich gegen mehrere Mitbewerber durchzusetzen. Das heißt, Jobanwärter müssen beim Vorstellungsgespräch oder Auswahlverfahren punkten. Und das ist nicht so einfach. Oft begehen Hochschulabgänger scheinbar kleine, aber ausschlaggebende Fehler.
So überrascht es Personalverantwortliche zum Beispiel immer wieder, wie häufig Bewerber zu spät oder abgehetzt zu Vorstellungsgesprächen erscheinen. Eine beliebte Ausrede: Der Stau!
Pünktlichkeit ist ein Muss
"Vorsicht", mahnt Oliver Niemeyer, verantwortlich für die Ausbildung bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall, "das interessiert in den Unternehmen niemanden. Dort wird einfach erwartet, dass Sie pünktlich sind." Deshalb sein Tipp: "Planen Sie Hindernisse ein. Fahren Sie lieber eine halbe oder gar ganze Stunde eher los. Dann sind Sie auf der sicheren Seite."
Ein weiterer Vorteil: Der Bewerber hat, wenn er früh ankommt, noch Zeit, sich mental auf das Gespräch einzu-stimmen. Und wenn man doch mal in einen Mega-Stau gerät oder die Bahn streikt? "Dann sollte man frühzeitig beim Unternehmen anrufen und Bescheid sagen", rät Niemeyer - also nicht erst, wenn das Vorstellungsgespräch beginnen sollte. "Dann kann man den Termin noch rechtzeitig um eine Stunde verschieben."
Sich angemessen kleiden
Wichtig ist auch das passende Outfit. Doch was ist passend? "Bewerber sollten sich der Branche und angestrebten Position entsprechend kleiden", betont Markus Vogel, Leiter Personalcenter beim Bildungs- und Beratungsdienstleister Provadis, Frankfurt am Main. "Wer sich um einen Ausbildungsplatz als Automechaniker bei einer KFZ-Werkstatt bewirbt, muss keinen Anzug nebst Krawatte tragen. Bei Banken hingegen ist dies Pflicht."
Wichtig ist es generell, einen gepflegten Eindruck zu hinterlassen - also eventuell auch im Vorfeld einen Friseur aufsuchen. Und noch zwei Tipps hat Vogel in petto: Tatoos verdecken und Piercingnadeln aus Mund, Nase und Augenbrauen entfernen. "Die sind bei Jobs mit direktem Kundenkontakt in der Regel nicht erwünscht." Mit folgender Ausnahme: Die Zielgruppe des Unternehmens sind Jugendliche und junge Erwachsene.
Sich gut verkaufen
Wer einen Top-Eindruck hinterlassen möchte, muss auch einigermaßen sicher auftreten. Doch Vorsicht, mahnt Oliver Niemeyer: "Hier gilt es, die richtige Balance zu wahren." Einerseits sollten Bewerber nicht verschüchtert, anderseits nicht überheblich wirken.
"Zeigen Sie ein gesundes Selbstbewusstsein", rät Franz Eller, Ausbildungsleiter im Werk Pegnitz des Pumpen- und Armaturenherstellers KSB, Frankenthal. "Die Interviewer sollten spüren, dass Sie überzeugt sind, dass viel Potential in Ihnen steckt und das Unternehmen zumindest mittelfristig von Ihnen profitiert." Ein gesundes Selbstbewusstsein zeigt sich laut Eller aber auch darin, dass man, wenn man von etwas keine Ahnung hat, auch mal klar sagt: "Das weiß ich nicht, aber ich eigne mir dieses Wissen gerne an."
(Klaus Schöffler, Juli 2009 / Bild: Sven Hoffmann, Fotolia)