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Kleider machen Geschäftsleute

Die Wirkung ihres Äußeren sollten Arbeitnehmer im Berufs- und Geschäftsleben nicht unterschätzen. In den meisten Unternehmen gibt es sogar ungeschriebene Kleiderordnungen.

Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance, so ein vielzitiertes Bonmot. Das gilt genauso für das Vorstellungsgespräch wie für den Kontakt zum Kunden. Daher gibt es in der überwiegenden Zahl der Unternehmen eine ungeschriebene Kleiderordnung. Wer beruflich vorankommen will, sollte also mehr als nur einen Gedanken an das Thema Kleidung verschwenden. Vor allem in Berufen mit Kundenkontakt ist Stilsicherheit in Sachen Outfit Pflicht. Wer dagegen als ein reiner Schreibtischtäter ohne Außentermine oder externe Geschäftsbesprechungen arbeitet, macht auch in Karohemd und Jeans nichts verkehrt.

Gute Kleidung erweckt Vertrauen

Geldgeschäfte sind Vertrauenssache. "Und Vertrauen kann schon durch Äußerlichkeiten leicht irritiert werden", erklärt Renate Christ, Sprecherin der Dresdner Bank AG. Das Geldhaus erwarte daher von seinen Mitarbeitern im Kunden- wie im Schalterverkehr bankübliche Kleidung. "Wir appellieren an den guten Geschmack und das Urteilsvermögen unserer Mitarbeiter", sagt Christ. Einen all zu großen Vertrauensvorschuss bei der Klamottenauswahl bringt das Geldinstitut seinen Mitarbeitern dann aber doch nicht entgegen. Denn eigentlich sind die Regeln glasklar und festgesteckt: Röcke dürfen höchstens eine Handbreit über dem Knie enden, Dekolletees nicht zu viel offenbaren und die Farben sollten eher gedeckt sein, zählt Christ auf. Wer nur intern arbeite und keine Termine habe, dem sei aber auch "gepflegte Alltagskleidung" erlaubt.

Ähnlich verhält es sich auch in vergleichsweise lässigeren Branchen wie der ehemaligen New Economy. "Wenn unsere Mitarbeiter einen externen Termin haben, sind der Anzug, beziehungsweise Kostüm oder Hosenanzug Pflicht", erklärt Christoph Ringwald, Sprecher der Pixelpark AG in Berlin. Ob mit oder ohne Krawatte, hänge vom Kunden ab. "Zu einer Bank sollte es immer mit Krawatte gehen, zu Kunden aus der Medienbranche auch ohne", sagt Ringwald. Bei letzten gehe es in der Regel etwas legerer zu.

Vorstandstellen sind Daily-Anzugs-Jobs

Intern sei die Kleiderordnung dagegen lose. "Vorstand und Stabsstellen sind Daily-Anzug-Jobs", sagt Ringwald. Und auch der Empfang habe Business-Chic zu tragen. Ansonsten könne jeder anziehen, was ihm bequem und arbeitstechnisch richtig erscheine. Dabei beobachtet Ringwald Unterschiede. "Die Herren in der IT-Abteilung tragen gern Jeans, wogegen der Vertriebsmensch auch an Tagen ohne Kundenkontakt lieber im Anzug kommt."

Die Berater bei Roland Berger Strategy Consultants orientieren sich beim Dresscode ebenfalls am Kunden. "In der Regel sind Anzug und Krawatte gefragt", erklärt Sven Breipohl, Leiter Personalentwicklung und Personal-Recruitment. "Wenn wir in eine Fabrik fahren, dann geht's auch schon mal casual." Klare Regeln gibt es auch bei Roland Berger nur für den Kontakt mit Kunden. "Intern regelt das jede Führungskraft weitgehend nach eigenen Vorstellungen", sagt Breipohl. "Und die Mitarbeiter passen sich den jeweiligen Teamkulturen an." In seinem Bereich ist formelle Kleidung etwa beim Kontakt mit Bewerbern und auf Messen angesagt. Wie viele Mitarbeiter im Unternehmen hat auch Breipohl an reinen Schreibtischtagen Sakko und Krawatte im Schrank - für alle Fälle.

Gedeckte Farben wirken seriös

Die Schwierigkeit bei der Suche nach dem richtigen Outfit umschreibt die Buchautorin und Trainerin für souveränes Auftreten im Beruf, Eva Ruppert, so: "In den meisten Unternehmen und Branchen gibt es keine festen Vorgaben." In den Branchen, für die sie tätig ist - Auto, Pharma, Bankgeschäft - schätzt sie den Anteil der Unternehmen mit klar formulierter Kleiderordnung auf die Hälfte. In Unternehmen, in denen das nicht der Fall ist, werden die Kleindungsstandards dagegen mündlich weitergegeben und erreichen so oft nicht alle Mitarbeiter. "Ein Teil der Angestellten ist also aufs Raten angewiesen", weiß Ruppert.

Dabei helfen dem Mitarbeiter oder Bewerber aber zahlreiche Anhaltspunkte. Die Branchenzugehörigkeit seiner Firma zum Beispiel. Banken und Versicherungen etwa sind bei der Kleidung eher konservativ. "Seriosität ist hier das wichtigste", erklärt Ruppert. An Anzug oder Kombination mit Hemd und Krawatte sowie Kostüm oder Hosenanzug führt kein Weg vorbei. Dabei empfiehlt Ruppert gedeckte Farben: Im Geldgeschäft am besten grau, marineblau oder dunkelbraun. "Schwarz empfehle ich für den Abend", sagt Ruppert.

Lässigkeitsbonus für Kreative

Auch in anderen Branchen liegen Mitarbeiter und Bewerber mit dem klassischen Business-Chic in aller Regel richtig. Der dürfe aber ruhig farbenfroher sein, als im Geld- und Versicherungsgeschäft, meint Karriereberaterin Jutta Boenig. Ein rosa Hemd zum Anzug oder ein petrol- oder orangefarbenes Kostüm sei auch mal erlaubt. "Camel oder wollweiß geht bei Frauen immer", empfiehlt Boenig. "Die Farben sollten aber in jedem Fall nicht grell wirken."

Kaum zu finden seien Dresscodes bisher im IT-Bereich oder dem Maschinenbau, sagt Ruppert. Einen Lässigkeitsbonus genieße auch die Kreativbranche - Medien, Werbeagenturen, Künstler oder Designer. "Die Krawatte ist hier entbehrlich, Schnitte und Farben dürfen modischer sein, Kombinationen sind erlaubt", konkretisiert Ruppert. Auch gepflegte Alltagskleidung sei üblich. Bei Architekten habe sich dagegen die Edeljeans und der Rollkragenpullover unter dem Jackett eingebürgert. Das sei praktisch für alle Eventualitäten. "Schließlich müssen sie vom Kundengespräch immer wieder kurzfristig auf die Baustelle", begründet Ruppert.

Keine Klimaanlage plus ländliche Gegend heißt Sakko weg

Aber nicht nur zwischen den Branchen gibt es Unterschiede, sondern auch zwischen Stadt und Land. Diese Erfahrung hat jedenfalls eine Kundin von Karriereberaterin Boenig gemacht. Den legeren Studentinnen-Look hat die Mathematikerin von der schwäbischen Alb längst zwar abgelegt. "Doch wenn sie wegen eines Vortrags in eine Großstadt reist, fühlt sie sich wie ein Hinterwäldler", weiß Boenig. Der Grund: In Städten sei es völlig normal, dass Business-Frauen oder -Männer hochwertige Designerkleidung tragen. Es gebe einfach "mehr In-Läden". Die Business-Mode sei dadurch durchweg moderner geschnitten als in ländlichen Gegenden. "Und das Umfeld prägt die Eigenwahrnehmung ebenso wie die Erwartungen von Vorgesetzten und Kunden."

Ein Stadt-Land-Gefälle gibt es im Extremfall sogar innerhalb eines Unternehmens - selbst im traditionellen Geldgeschäft. "Es ist ein Unterschied, ob eine Bankfiliale im städtischen Ballungsraum oder eher auf dem Land liegt", erläutert Ruppert. Auf dem Land seien in einer Ein-Mann-Filiale ohne Klimaanlage bei hochsommerlichen Temperaturen die Stoffhose und das langärmlige Hemd mit Krawatte auch mal ohne Sakko erlaubt.

Aus Unsicherheit auf Nummer Sicher

So strikt die gängigen Kleiderregeln wirken - auf Individualität müssen Mitarbeiter nicht verzichten, ist Ruppert überzeugt. Spielräume gibt es neben der Farbe und dem Schnitt bei Accessoires wie Uhren, Schuhen, Schmuck oder bei der Frisur. "Wichtig ist nur: Es muss gepflegt aussehen", sagt Ruppert. "Um seine Individualität auszudrücken, muss man sich schon ein wenig mit dem Thema Kleidung und Stil befassen."

Karriereberaterin Jutta Boenig sieht das genauso und warnt vor all zu großer Vorsicht bei der morgendlichen Kleiderauswahl. Junge Frauen machten sich oft älter, als ihnen gut tue - aus Angst, etwas falsch zu machen: "Perlenkette, Twinsets, Einheits-Nadelstreifen - das muss nicht sein", findet Boenig. "Viele tun sich den Einheits-Look an, obwohl er ihnen nicht steht und sie vielleicht hart aussehen lässt."

Manch ein Fauxpas wird verziehen

Wer bei einem Vorstellungsgespräch mit seinem Klamottengeschmack richtig liegen will, sollte einen Mitarbeiter des Unternehmens fragen, was in der Firma üblich sei, rät Ruppert. "Wer keinen kennt, fragt notfalls die Empfangsdame." Wenn jemand die Kleiderordnung kenne, dann sie. "Die haben den besten Überblick und sind in der Regel sehr hilfsbereit." Einmal angestellt, rät Ruppert, sich im Zweifelsfall an den ranghöheren Mitarbeitern zu orientieren.

So wichtig Äußerlichkeiten sind, sie sollten auch nicht überbewertet werden. Eine überzeugende Persönlichkeit, gleiche auch einen ersten schlechten Eindruck in diesem Punkt aus, weiß Boenig.

Checkliste:

  • Die Kleidung sollte der Branche und dem Unternehmen angepasst sein.
  • Anzug oder Kombination aus Stoffhose und Sakko, beziehungsweise Kostüm oder Hosenanzug sollten gut sitzen. Beim Jackett gilt: Der unterste Knopf bleibt stets offen, der mittlere geschlossen.
  • Über den obersten entscheidet der Träger nach eigenem Geschmack.
  • Das Hemd sollte auch im Sommer langärmlig sein. Für einen farblichen Akzent eignen sich Pastellfarben.
  • Gedeckte Farben strahlen Seriosität aus - je dunkler, desto eleganter.
  • Auch eine farbige Seidenkrawatte eignet sich als Akzent. Gagmotive sind dabei tabu. Unter der Krawatte bleibt der oberste Knopf geschlossen.
  • Die Farben sollten grundsätzlich nicht grell oder stark gemustert sein.
  • Frauen sollten nicht zu viel Haut zeigen: Also Rocksaum höchstens eine Handbreit über dem Knie, Dekolletee höchstens eine Handbreit unter dem Schlüsselbein, Schultern bedeckt, Schuhe allenfalls hinten offen.
  • Männer sollten Kniestrümpfe tragen, damit im Sitzen kein behaartes Männerbein hervorblitzt.
  • Damenschuhe sollten nicht höher als fünf Zentimeter sein - eine Ausnahme gilt für sehr kleine Frauen, die auf hohen Schuhen gut laufen können.
  • Socken oder Strumpfhosen sollten Ton in Ton mit Hose oder Rock sein.
  • Abends gilt: Wird um einen dunklen Anzug gebeten, ist dies verbindlich. Schwarz, anthrazit, marineblau oder dunkelbraun sind angesagt. Kein Frack. Um den handelt es sich nur verbunden mit dem Hinweis "white tie" - weiße Fliege. Um Smoking gebeten wird mit dem Hinweis "black tie" - schwarze Fliege.
  • Einstecktücher sind für Herren abends ein elegantes Accessoire. Es darf nicht dieselbe Farbe haben wie die Krawatte, sollte aber zu ihr passen.
  • Frauen können für Abendtermine zwischen elegantem Kostüm, Hosenanzug oder Kleid wählen und haben auch bei der Farbe die freie Wahl.

(Midia Nuri)

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